Der Ist-Zustand eines Gebäudes
Mit den richtigen Informationen zu richtigen Entscheidungen
Bild eines Jungen mit Lupe

 

Ist-Zustand und Lebensdauer

Die Gesamt-Lebensdauer eines Gebäudes hängt von äußeren Einflüssen (wie z.B. der Witterung, Erschütterungen, etc.) und der Art der Nutzungen (dem Nutzungszweck, der Wartung und der Instandhaltung) ab. Während die äußeren Einflüsse durch die Eigentümer nicht oder kaum beinflusst werden können und so zu einem sukzessiven Substanz- und Wertverlust des Gebäudes führen, zielen Wartungsmaßnahmen auf die Verzögerung des Substanz- und Wertverlust des Gebäudes und Instandhaltungsmaßnahmen auf eine Wieder-Annährung desen Ursprungszustands ab.

 

Die Ist-Zustands-Analyse

Um herauszufinden, wo in seiner Lebensdauer das Gebäude steht und wann die bestmöglichen Investitionszeitpunkte sind, muss zunächst der Ist-Zustand des Gebäudes festgestellt werden.

Die Ist-Zustands-Analyse wird in der Regel entsprechend von einem Sachverständigen vorgenommen. Dies je kann nach Bedarf des Kunden ein Experte für montäre Bewertungen, für Statik, für Energiefragen oder andere Themen sein.  Der Experte untersucht vor Ort alle relevanten Bauteile und die Anlagentechnik in Bezug auf Lebensdauer, Funktionalität, Energieeffizienz, Nutzungsart und rechtliche Konformität. Anschließend dokumentiert er diese in einem Bericht. Die Eigentümer verschaffen sich mit dieser neutralen Bestimmung des Ist-Zustandes Klarheit über die Bausubstanz Ihres Gebäudes.

Im Rahmen einer Ist-Zustandsanalyse mit Fokus Energie werden die Bauteile aus der Gebäudehülle, wie z.B. die Fenster, die Wände oder das Dach, sowie die technischen Anlagen des Gebäudes, wie z.B. die Heizungsanlage, die Lüftungsanlage oder die Warmwasserbereitung von einem Energieberater in Bezug auf energetische Themen begutachtet und bewertet.

Der energetische Ist-Zustand werden durch den Experten in der Regel durch folgende Schritte analysiert:

  • Auswertung der von den Eigentümern zur Verfügung gestellten Dokumente (z.B. Heizkostenabrechnung, Planunterlagen, Schornsteinfegerprotokolle, Nennung selbst festgestellter Mängel, etc.),
  • Vor-Ort-Begehung durch den Energieberater
  • Erfassung der individuellen Bedürfnisse der Eigentümer, ggf. mittels einer Gebäudecheckliste
  • Dokumentation und energetische Bewertung der festgestellten Ist-Situation in einem Bericht

Beispiel eines selbst festzustellenden Mangels an einer Tür:

Beispiel eines Mangels in Form einer Tür mit Spalt

Die Ist-Zustands-Analyse dient nicht nur der Dokumentation über den aktuellen Gebäudezustand, sondern ist auch die Grundlage und damit eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe für die Ermittlung von Potenzialen von weiterführenden Maßnahmen und Investitionen. Durch sie erhalten die Eigentümer ein wichtiges Werkzeug für die Zukunft beispielsweise für Soll-Ist-Analysen.

Jede Investitionsentscheidung sollte daher zunächst auf Basis einer belastbaren Einschätzung des Ist-Zustands des Gebäudes sowie dann auf einer fundierten Analyse der Potenziale getroffen werden. Somit sollte eine umfangreiche Ist-Zustands-Analyse die Grundlage für jede Energieberatung darstellen. Diese enthält darüber hinaus idealerweise noch Maßnahmenvorschläge und -berechnungen sowie die Darstellung möglicher Kosten und Fördermittel.