Die Entscheidungsphase
Hilfen für die Entscheidungsfindung Ihrer WEG
Bild eines Schachspiels

 

In der Regel bietet die Klärung des Ist-Zustands in Bezug auf die energetische Gebäudesituation, die Wünsche der Eigentümer sowie die möglichen Einsparpotenziale im Rahmen der Analysephase nur eine erste Orientierung für die Eigentümer, die Anlass für unterschiedliche Interpretationen und Fragen bietet. Bis zum Beschluss der WEG, einen Energieberater zu beauftragen, sind häufig noch viele Rahmenbedingungen zu klären. Diese sollen Gegenstand der hier vorliegenden Entscheidungsphase sein.

 

Bei der energetischen Sanierung von WEG sind zahlreiche Akteure involviert, die häufig sehr unterschiedliche berufliche Hintergründe, Interessen und Aufgaben besitzen. Damit es zu keinen Konflikten innerhalb dieser Beteiligten kommt, sollte man daher einen großen Wert auf einen guten Umgang mit den Interessen aller Betroffenen achten und Konfliktpotenziale frühzeitig erkennen und möglichst reduzieren.

Da die Interessenlagen der Eigentümer von vielen Einflussfaktoren wie der persönlichen Situation (z.B. Alter oder Familienstand), der Nutzungsart (Eigennutzung oder Vermietung) oder der jeweiligen finanziellen Leistungsfähigkeit abhängig sind, sind die Entscheidungsfindungen der Eigentümer darüber, ob und welche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden sollen, oftmals komplex. Darüber hinaus haben häufig auch unbewusste Handlungsmuster wie Zukunftserwartungen oder Ängste einen großen Einfluss. Diese oftmals heterogenen Interessenslagen bringen es mit sich, dass die notwendigen Quoren für Entscheidungen mitunter schwierig zu erreichen sind.

 

Entscheidungsprozesse in WEG

Entsprechend ist es von zentraler Bedeutung, dass alle beteiligten Akteure – insbesondere die Eigentümer und die Immobilienverwaltung – frühzeitig und weitreichend in den Entscheidungsprozess einbezogen werden und dort ihre persönlichen Interessenlagen berücksichtigt finden. Bereits bei der Bewertung des Ist-Zustands einer WEG sollten daher nicht nur gebäudetechnische Faktoren, sondern auch die Interessen von Eigentümern (und ggf. Nutzern) einfließen. Spätestens bei der Beauftragung eines Energieberaters können diese Interessen in Form des Einbezugs oder Ausschlusses bestimmter Maßnahmen(pakete) berücksichtigt werden.

Häufig erweist es sich als hilfreich, wenn die Eigentümer bereits vor der Diskussion und Auswahl einer Handlungsalternative in der Eigentümerversammlung Gelegenheit erhalten, Ihre Wünsche oder Bedenken in einer gemeinsamen Veranstaltung artikulieren zu können und idealerweise hierzu sogar Rückmeldung von einem Experten zum Thema erhalten. Mitunter ist es ratsam, wenn der Verwaltungsbeirat sowie die Verwaltung systematisch Wünsche und Bedenken aufnehmen, Diskussionen anstoßen und bündeln und dann einen „gemeinsamen Nenner“ des (energetischen) Sanierungsbedarfs zur Diskussion stellen.

 

Energieberatung und Sanierungsfahrplan

Hat eine erste Groberhebung etwaige Potenziale für die energetische Sanierung aufgezeigt, ist oftmals eine Energieberatung sinnvoll. Die Energieberatung für Wohngebäude liefert den Eigentümern eine ganzheitliche energetische Analyse ihres Gebäudes und stellt die Energieverbräuche, den Zustand des Gebäudes und der technischen Anlagen sowie deren Zusammenwirken im Gebäudesystem und in einem schriftlichen Beratungsbericht dar. Gerade bei WEG ist das noch relativ neue Instrument des Sanierungsfahrplans häufig ratsam. Mit diesem erstellen Energieberater Konzepte für die Schritt-für-Schritt-Sanierungen bis zur Komplettsanierung für Wohngebäude und können die Ergebnisse (bundeseinheitlich) leicht verständlich darstellen. Dadurch dass zukünftige Sanierungsarbeiten und die Investitionsmöglichkeiten von Eigentümern gleich mitbedacht werden, erhalten Gebäudeeigentümer so einen Fahrplan für die Sanierung an die Hand, der sowohl den Einstieg in konkrete erste Maßnahmen als auch eine energetische Zukunftsperspektive für das Gebäude beinhaltet. Was Sie bei der Beauftragung eines Energieberaters beachten sollten, erfahren Sie hier im Detail.

 

Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Kommt die energetische Sanierung des Gebäudes für die Eigentümergemeinschaft grundsätzlich in Betracht, so ist für die Frage der Finanzierung die Verfügbarkeit von (öffentlichen) Fördermitteln und/oder privatwirtschaftlichen Finanzierungsmöglichkeiten für die WEG sehr relevant.

Hierbei sollte der Verwalter als erste Anlaufstelle zur Information der Wohnungseigentümer über Förder-und Finanzierungsmöglichkeiten fungieren. Der Verwalter sollte sich hierzu regelmäßig z.B. über entsprechende Portale im Internet (wie die Förderdatenbank) auf dem aktuellen Stand halten. Im Bedarfsfall kann er sich auch bei den Fördermittelgebern direkt oder durch einen Experten (z.B. einen Energieberater)  Expertise einholen. Da ein Energieberater in der Regel auch über gute Kenntnisse der einschlägigen Förderlandschaft verfügt, ist dessen Einbeziehung meist lohnenswert. Auch ist für zahlreiche Förderprogramme des Bundes die Beteiligung eines Energieberaters erforderlich.

 

Das bietet das Energiereferat Frankfurt

Da Sanierungsfragen häufig komplex sind und sich die Interessenlagen der Eigentümer in Bezug auf Sanierungsfragen mitunter stark unterscheiden, bietet das Energiereferat an, die Ergebnisse der WEG-Energieanalyse auch der Eigentümerversammlung in einem Ortstermin vorzustellen und der Verwaltung in technischen, rechtlichen oder Finanzierungsfragen zu Verfügung zu stehen. Hat die WEG-Energieanalyse Potenziale identifiziert, unterstützt das Energiereferat WEG und ihre Verwaltungen bei Wunsch gerne dabei, einen Vorbereitungsbeschluss für die Beauftragung eines – dann kostenpflichtigen – Sanierungsfahrplans durch einen gewerblichen Energieberater zu erstellen. So kann bereits vor der Ausgabe von Mitteln sichergestellt werden, dass entsprechende Potenziale die Beauftragung eines Energieberaters rechtfertigen. Nach Zustimmung eines Sanierungsfahrplan kann Sie die WEG weiter in der Planungsphase unterstützen. Weitere Informationen zum Angebot des Energiereferats erhalten Sie hier