Zahlen und Fakten zur Sanierung von WEG
Viele Bundesbürger wohnen in WEG mit zu großem Energieverbrauch
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Die Bedeutung des Energieverbrauchs von Gebäuden

In Deutschland entfällt ca. ein Viertel (27 %) des gesamten Energieverbrauchs  – ca. 1000 von 3.730 Terrawattstunden (TWh) Primärenergieverbrauch (2016) – auf den Gebäudesektor. Wohngebäude machen dabei ca. zwei Drittel (63%) des Energieverbrauchs von Gebäuden aus. Innerhalb der Wohngebäude werden ca. 81 % für die Raumwärme, 17 % für Warmwasser und ca. 2 % für Beleuchtung verbraucht (vgl. Deutsche Energieagentur 2018). Damit wird deutlich, dass der Energieverbrauch für Raumwärme und Warmwasser in Wohngebäuden eine sehr große Bedeutung für Deutschlands Energiebedarf hat.

Ingesamt gibt es in Deutschland ca. 18,8 Mio. Wohngebäude mit 40,3 Mio. Wohneinheiten darin. Während die 3,2 Mio. Mehrfamilienhäuser nur einen kleinen Teil (ca. 17 %) der Gebäude ausmachen, befinden sich jedoch über die Hälfte aller Wohneinheiten in Ihnen (vgl. Deutsche Energieagentur 2018). Ein großer Teil dieser Mehrfamilienhäuser besteht aus WEG.

 

Relevanz des Energieverbrauchs von WEG

Schätzungen des Instituts für Wohnen und Umwelt (vgl. Institut für Wohnen und Umwelt 2018) kommen zu dem Ergebnis, dass ca. 20% aller Wohneinheiten  und 7,5 % aller Wohngebäude in Deutschland WEG sind. Der Zensus hat den WEG 2011 eine Quote von 9,3 % der Wohngebäude zugerechnet. Somit kann geschätzt werden, dass sich deutschlandweit ca. 8 Mio. Wohneinheiten in ca. 1,5 Mio. WEG-Gebäuden befinden. Unter Annahme einer gleichmäßigen Verteilung von Einwohnern auf die verschiedenen Wohnungssegmente kann also davon ausgegangen werden, dass ca. 16,5 Mio. Bundesbürger in selbstbewohnten oder vermieteten WEG wohnen.

Und gerade in großen Städten ist der Anteil von WEG besonders hoch: Laut statistischem Jahrbuch der Stadt befinden sich 87,3 % der Wohnungen in Frankfurt in Wohngebäuden in Gebäuden mit mehr als zwei Wohneinheiten. So leben von den rund 750.000 Einwohnern Frankfurts schätzungsweise ca. 200.000 Bürger in WEG.

Dabei finden gerade in diesem Gebäudesegment die wenigsten Sanierungen statt: Untersuchungen des Instituts für Wohnen und Umwelt für das Land Hessen zeigen exemplarisch, dass WEG die Eigentümergruppe mit der geringsten Quote energetischer Sanierungen sind (vgl. Institut für Wohnen und Umwelt 2018). Experten der Klima- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) schätzen, dass in Deutschland etwa 70 Prozent der WEG noch unsaniert sind, 15 Prozent mehr als der Durchschnitt an Gebäuden.

Detailliertere Informationen

Wussten Sie, dass...

  • sich die Verbraucherpreise der Haushalte für Energie in den letzten 20 Jahren ca. verdoppelt haben (214 % bei leichtem Heizöl, 190 % bei Erdgas, 195 % bei Strom, 184 % bei Fernwärme zwischen 1997 und 2017) (vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 2018).
  • WEG bei Mehrfamilienhäusern mit 35% der Wohneinheiten die größte Eigentümergruppe darstellen. Damit gehören dort mehr Wohnungen WEG als der Privatwirtschaft, der öffentlichen Hand und Wohnungsgenossenschaften zusammen. Bei Ein und Zweifamilienhäusern sind dagegen nur ca. 7 % der Wohneinheiten in WEG (vgl. Deutsche Energieagentur 2015).
  • Über die Hälfte (55%) der Wohneinheiten in Eigentümergemeinschaften im Jahr 2011 vermietet waren. Ca. 42% wurden selbst genutzt, 3 % standen leer (vgl. Deutsche Energieagentur 2015). Im Norden und Osten von Deutschland sowie in den Stadtstaaten und den Ballungsgebieten beträgt der Anteil von Mietwohnungen 60 bis 85 %, im Süden und Westen Deutschlands ca. 50 % (vgl. Deutsche Energieagentur 2015).
  • energetische Sanierungen in Deutschland zu 78 % durch die Eigentümer komplett selbst finanziert werden, 8 % Fördermittel als Darlehen in Anspruch nehmen und 14 % Fördermittel als Zuschuss in Anspruch nehmen. Ca. 71 % dieser Fördermittel werden durch die KfW getragen (vgl. Deutsche Energieagentur 2015).
  • die Haupteinkommensbezieher von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit Baujahr bis 1990 zu mehr als einem Drittel (36 %) über 65 und etwa zwei Dritteln (65 %) über 50 Jahre alt sind (vgl. Deutsche Energieagentur 2015).